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Rezension zu Teenage Blues

Als Sozialpädagogin bin ich immer sehr am fachlichen Austausch und an Weiterbildungen interessiert. Dazu sollte auch Fachliteratur gehören, allerdings fällt es mir oft schwer, diese zu lesen, da ich oft das Gefühl habe, vom Autor oder Autorin in eine bestimmte Richtung gedrängt zu werden um seine oder ihre Meinung zu unterstützen und in sie gepresst zu werden. Aus diesem Grund habe ich auch länger gebraucht, um „Teenage Blues- Was Eltern bei depressiven Verstimmungen ihrer Kinder tun können“ von Melanie Hubermann vollständig zu lesen. Stets hatte ich Bedenken, von der Meinung und den Ansichten der Autorin überrollt zu werden, aber dies ist nie passiert.

Die systemische Familientherapeutin teilt ihre Erfahrungen und bringt lösungsorientierte Fallbeispiele, in denen man bestimmte Verhaltensweisen gut wiedererkennen kann. Dabei bringt sie sehr viele Lösungsansätze und bietet immer einen guten Blick auf das mögliche Helfernetzwerk. Zu den verschiedenen Aspekten gibt es klar definierte Kapitel und was mir daran besonders gut gefallen hat sind die jeweiligen Toolboxen, die wirklich Werkzeuge an die Hand legen. Diese sind farblich markiert, ebenso die Praxisbeispiele, sodass sie sofort ins Auge fallen, was besonders zum Nachlesen sehr praktisch ist.

Außerdem gefällt mir die wertschätzende Haltung der Autorin und, dass sie stets Fachausdrücke verwendet, diese aber so erläutert, dass auch Eltern, die vorher nichts mit dem Thema zu tun hatten, diese verstehen. Besonders geprägt und auch durch das Buch durchgezogen hat sich für mich der Begriff der Leuchttürme. Diese sind Menschen, vor allem aber Eltern, die ihrem Kind durch Verhaltens- und Handlungsweisen eine Richtung weisen und einen sicheren Hafen bieten. Dieser Vergleich ist wunderschön und ich konnte ihn bereits in meiner pädagogischen aber auch privaten Arbeit anbringen.

Weiterhin hat das Buch nicht nur Depressionen erläutert, sondern auch andere Erkrankungen, die im privaten aber auch schulischen Bereich den Umgang miteinander beeinflussen können.
Zusammengefasst kann ich nur sagen, dass dieses Buch, das 2024 im Beltz Verlag erschienen ist eine absolute Bereicherung in meinem pädagogischen Bücherregal und in meiner praktischen Arbeit mit Eltern darstellt. Danke, dass ich es über lovelybooks testen konnte.

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