Veröffentlicht in Wir denken...

Ein Jahr Schlauchmagen

Mir ist bewusst, dass mittlerweile das Jahr seit meiner OP im August 2020 doch schon etwas länger vorbei ist. Aber es war hier etwas stressig und ich habe diesen Text sehr oft neu geschrieben, da ich nie zufrieden war. Mal zu negativ, mal zu positiv, immer tagesform und Stimmungs abhängig. Und immer wieder die Frage in meinem Kopf, was will ich euch eigentlich sagen? Was hab ich zu sagen? Was kann ich denjenigen empfehlen, die über eine Adipoditas OP nachdenken? Ich glaub ich zeig euch erstmal was.

Ich weiß, furchtbare Schuhe, aber ich denke das Bild verdeutlicht, was sich da alles bewegt hat. Vor allem auf der Waage weit nach unten. Jetzt geht es natürlich viel langsamer, aber trotzdem runter und das ist für mich die Hauptsache. Was jetzt allerdings runter hängt ist meine Haut. Massiv vor allem an den Armen und am Bauch. Am Bauch verursacht es auch Schmerzen, schnell gehen kann ich, Bewegungen, bei denen der Bauch in Bewegung kommt, laufen oder Hüpfen, geht gar nicht. Es tut weh, entzündet sich leicht, im Sommer hab ich nur mit einem Puderstick überlebt. Das große Problem mit dem Bauch ist auch, dass er da ist. Viele in meinem Umfeld bemängeln, dass ich immer noch sehr weite Sachen trage und man gar nicht so richtig sieht wieviel ich abgenommen habe. Aber es geht momentan einfach gar nicht anders, ich kann nichts zu enges tragen, mit einem Korsett habe ich es probiert, aber das Gefühl des Eingeengtseins war einfach zu viel für mich.

Ansonsten geht es mir körperlich deutlich besser. Ich kann längere Strecken gehen und Sport machen ohne schlimm außer Atem zu geraten. Meine Knie tun nicht mehr weh, meine Füße sind nach anstrengenden Tagen nicht mehr geschwollen, ich habe Lust mich zu bewegen und mache es auch. Ich gehe zum Sport und bin danach glücklich. Mit meinen Kindern Basketball spielen, lange mit dem Hund spazieren gehen, sogar putzen, tanzen, Spaß haben, alles fällt leichter. Das Leben ist ein anderes und obwohl ich mir früher immer eingeredet habe, dass ich auch mit meinem extremen Übergewichtig glücklich und aktiv bin, dann weiß ich jetzt, dass ich mir da eindeutig was vor gemacht habe. Von daher bin ich froh diesen Weg gegangenzu sein.

Psychisch allerdings sieht es etwas anders aus. Ich finde mich nicht schön  etwas, mit dem ich vorher kein Problem hatte. Merkwürdig nicht wahr.

Der Spiegel zeigt mir nicht die Person die ich sehen möchte. Meistens habe ich kein Interesse daran shoppen zu gehen, mich zu schminken, mich attraktiv zu kleiden. Körperhygiene selbstverständlich ja,aber kaum etwas, das darüber hinaus geht. Am Anfang hat das alles noch Spaß gemacht, jetzt bin ich nur noch genervt davon, wenn wieder was zu groß ist und ersetzt werden muss. Ich hoffe allerdings, dass das irgendwann auch wieder besser wird und schick machen wieder Spaß macht.

Viele werden sich fragen, wie es jetzt mit dem Essen läuft. Ehrlich gesagt sehr komisch.  Am Anfang konnte ich sehr viele Lebensmittel nicht ab. Dann ging das ne ganze Weilr super, aktuell ist es eher schlechter. Ich vertraue keine Nudeln, keinen Reis, Kartoffeln selten, keinen Brokkoli, keinerlei Kohl, keine Tomaten, wenig Fisch, sehr wenig Gluten, keinen Mozzarella, keinen Schafskäse, keinen Spinat, keine Bananen, keine Wassermelone, keine Ananas,  wenig Weintrauben,  keine Papaya, keine Gewürzgurken, nix mit Mayonnaise,  kaum Sahne, nichts frittiertes. Bestimmt noch mehr, allerdings merke ich vieles erst später mit Übergeben oder Bauchschmerzen. Dafür geht Wasser mit Kohlensäure in geringen Mengen wieder, was mich wirklich freut. Alkohol ist für mich absolut kein Thema mehr, ich könnte nicht einschätzen, wieviel ich tatsächlich vertrage und habe nicht das Gefühl, dass es das wert wäre.

Apropos Bauchschmerzen. Ich hatte Anfang des Jahres plötzlich immer wieder auftretende extreme Bauchschmerzen, ähnlich einer Kolik. Die ersten Male dachte ich auch, dass es eine Gallenkolik wäre, aber nein. Was genau und warum es ausgelöst wird kann mir niemand sagen. Mittlerweile ist es meist einmal im Monat, Abends oder nachts,  oft kündigt es sich an und ich kann Tropfen nehmen, die mir meine Ärztin verschrieben hat, gegen Krämpfe und Schmerzen. So lässt es sich irgendwie dann auch aushalten, nur am Tag danach bin ich einfach nur fertig und kaputt. Aber ein gesagt, mittlerweile lässt es sich aushalten.

Im Endeffekt würde ich es immer wieder machen, ich habe viel Lebensqualität gewonnen. Alles andere wird sich lösen.

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?

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