„Super- Dad und die explodierende Kacke“ von Arttu Unkari ist als deutsche Version 2025 im Mixtvision Verlag erschienen, übersetzt aus dem Finnischen.
Es geht um Oona Numminen, deren Vater über Supereinbildungskraft verfügt, sodass er glaubt Super-Dad zu sein und alles zu können. Leider ist das nicht so wirklich der Fall. Plötzlich beginnen Kackeexplosionen und ähnliches die Stadt zu erschüttern, hinter allem soll ein Plan und eine Person stecken und als Polizist soll Super-Dad diese Fälle aufklären. Nur leider, trotz voller Überzeugung dies zu können, scheitert er oft rigoros, leht die Hilfe seiner Tochter aber ab. Diese beschließt, zusammen mit ihrem Freund Eeli, ihn unauffällig zu helfen und ihn immer weiter in die richtige Richtung zu schubsen. So kommen sie dem Täter immer näher.
Die Kapitel sind unterteilt nach den Wochentagen und der Inhalt so spannend, dass es schwer fällt, das Buch überhaupt wegzulegen. Wir haben vor allem die großartigen Illustrationen von Kai Vaalio geliebt, die dem ganzen Buch einen tollen Stil des Comic Romans geben.
Am besten hat uns aber die Oma gefallen, die immer wieder ungefragt ihre Meinung mitteilt, vor allem aber darauf pocht, wie furchtbar dieses Buch ist und dass man es auf gar keinen Fall lesen sollte. Das ist so unfassbar unpassend und komisch, dass wir beim Vorlesen für die Oma immer lachen mussten.
Insgesamt ist das Buch wirklich lustig und spannend und eine klare Leseempfehlung für Grundschüler von uns!
Als Sozialpädagogin bin ich immer sehr am fachlichen Austausch und an Weiterbildungen interessiert. Dazu sollte auch Fachliteratur gehören, allerdings fällt es mir oft schwer, diese zu lesen, da ich oft das Gefühl habe, vom Autor oder Autorin in eine bestimmte Richtung gedrängt zu werden um seine oder ihre Meinung zu unterstützen und in sie gepresst zu werden. Aus diesem Grund habe ich auch länger gebraucht, um „Teenage Blues- Was Eltern bei depressiven Verstimmungen ihrer Kinder tun können“ von Melanie Hubermann vollständig zu lesen. Stets hatte ich Bedenken, von der Meinung und den Ansichten der Autorin überrollt zu werden, aber dies ist nie passiert.
Die systemische Familientherapeutin teilt ihre Erfahrungen und bringt lösungsorientierte Fallbeispiele, in denen man bestimmte Verhaltensweisen gut wiedererkennen kann. Dabei bringt sie sehr viele Lösungsansätze und bietet immer einen guten Blick auf das mögliche Helfernetzwerk. Zu den verschiedenen Aspekten gibt es klar definierte Kapitel und was mir daran besonders gut gefallen hat sind die jeweiligen Toolboxen, die wirklich Werkzeuge an die Hand legen. Diese sind farblich markiert, ebenso die Praxisbeispiele, sodass sie sofort ins Auge fallen, was besonders zum Nachlesen sehr praktisch ist.
Außerdem gefällt mir die wertschätzende Haltung der Autorin und, dass sie stets Fachausdrücke verwendet, diese aber so erläutert, dass auch Eltern, die vorher nichts mit dem Thema zu tun hatten, diese verstehen. Besonders geprägt und auch durch das Buch durchgezogen hat sich für mich der Begriff der Leuchttürme. Diese sind Menschen, vor allem aber Eltern, die ihrem Kind durch Verhaltens- und Handlungsweisen eine Richtung weisen und einen sicheren Hafen bieten. Dieser Vergleich ist wunderschön und ich konnte ihn bereits in meiner pädagogischen aber auch privaten Arbeit anbringen.
Weiterhin hat das Buch nicht nur Depressionen erläutert, sondern auch andere Erkrankungen, die im privaten aber auch schulischen Bereich den Umgang miteinander beeinflussen können. Zusammengefasst kann ich nur sagen, dass dieses Buch, das 2024 im Beltz Verlag erschienen ist eine absolute Bereicherung in meinem pädagogischen Bücherregal und in meiner praktischen Arbeit mit Eltern darstellt. Danke, dass ich es über lovelybooks testen konnte.
Rezension zu „Wichtel Emil und der Weihnachtswirbel“
#Rezensionsexemplar
Herzlich Willkommen im Dezember: Ein Monat voller Zauber, Geheimnisse und Überraschungen. Ich liebe die Dekorationen, den Glitzer, die Lichter, die Düfte und die tollen Geschmacksrichtungen, die gefühlt nur im Dezember so richtig gut schmecken. Aber am meisten liebe ich das Funkeln in den Augen meiner Kinder und zwar nicht nur bei den Geschenken unterm Weihnachtsbaum, sondern bei all den Heimlichkeiten und Besonderheiten im Dezember.
Traditionell basteln wir viel, üben Weihnachtslieder und Gedichte, besuchen den Weihnachtsmarkt, backen Kekse und trinken Punsch und heißen Apfelsaft mit Zimt.
Doch dieses Jahr erwartete meine Kinder nicht nur ein Adventskalender, sondern erst eine geheimnisvolle Baustelle und dann eine Wichteltür und ein nie sichtbarer Wichtel, der liebe Briefe schreibt.
Zur Einstimmung haben wir gemeinsam „Wichtel Emil und der Weihnachtswirbel“ gelesen. Annegret Gerleit hat hier ein wundervolles Buch in Reimform geschrieben, das erzählt, welche Aufgaben ein Wichtel so erledigen muss, bevor er über Weihnachten bei lieben Menschen einziehen und dort ein paar Späße machen kann. Die Illustrationen von Diana Kohne sind farbenfroh und auch voller kleiner Überraschungen, sodass die Kinder nicht nur die Texte wiederholen, sondern auch bei jedem neuen Lesen neue Kleinigkeiten in den Bildern entdecken. Besonders die Tiere sind einfach nur niedlich. Die Lieblinge meiner Kinder sind die Rentiere Ida und Ulf. Das Buch ist im Vermes Verlag erschienen und wir sind sehr glücklich, dass wir es testen durften, denn es stimmt so perfekt auf den Einzug eines Wichtels ein, ohne aber den Eltern dabei vorzuschreiben, was genau der Wichtel macht. So bleibt euch die komplette Kreativität und Freiheit, euren Wichtel Streiche spielen zu lassen oder Aufgaben zu geben.
Denkt bitte auch daran, dass das Ganze kein Muss ist, nicht in jedem Haus muss ein Wichtel einziehen, nur weil das grade gefühlt jeder macht und es passt auch nicht zu jeder Familie. Genießt die Weihnachtszeit so, wie ihr das möchtet, aber Emil und sein Weihnachtswirbel passen wahrscheinlich in jedes Haus und werden viele Kinder begeistern.
Eine Welt, die voll ist mit unerfüllten Wünschen von Kindern, das klingt eigentlich nicht gut. In Everwish werden die unerfüllten Wünsche, zu diesem Zeitpunkt aber Inklinge, dann zu wunderbaren Wesen, zu fliegenden wunderschönen Lumix, zu den wirklich wilden Fireflashs, den coolen und zurückhaltenden Neverlingen oder zu zutraulichen Crimsons. Diese haben dort ihre eigenen Welten, in denen ihre Wünsche erfüllt werden. Darüber wacht Cascadia, ein wunderbarer und vor allem magischer Baum, der schon viele Zeiten erlebt hat und darauf achtet, dass in Everwish das Gleichgewicht eingehalten wird. Klingt das nicht alles wie ein Traum? Genau das dachte sich Lexi auch. In ihrem Leben ist gerade alles nicht so einfach, aber plötzlich trifft sie Milo und realisiert, dass dieser Junge die Schmetterlinge auch sehen kann, die außer ihr sonst noch nie jemand sehen konnte. Als die beiden auf unerwartete Weise zu einem Buch kommen, das durch geschriebene Worte mit ihnen kommuniziert, wird klar, dass diese Schmetterlinge Inklinge sind, die von ihnen nach Everwish gebracht werden müssen und dann immer weiter, sodass sie sich verwandeln und dann in ihren eigenen Bereichen mit ihren Artgenossen leben können. Passiert dies alles nicht rechtzeitig können sie zu grausigen Wesen werden. Denn Lexi und Milo sind Wishkeeper, ein Job, der eigentlich gerade von Talon besetzt ist, aber dieser ist schon lange verschwunden, deswegen müssen die beiden jetzt helfen, das Gleichgewicht in Everwish zu erhalten. Die Reise wird abenteuerlich, spannend und unglaublich.
Das Fantasybuch „Wishkeeper -Das Land der verborgenen Wünsche“ von Barbara Laban ist 2024 im Ravensburger Verlag erschienen. Barbara Laban kennt man bereits als Autorin der Mitternachtskatzen und auch dieser Auftakt einer neuen Fantasyreihe für Kinder ab neun Jahren verspricht ein Erfolg zu werden. Zunächst einmal sind die Illustrationen von Alessia Trunfio wunderschön, vor allem aber hat uns der Einband und die farbliche Gestaltung komplett beeindruckt. Es ist ein schönes Buch.
Aber auch der Inhalt hat uns gefesselt und wir waren sehr bei den Protagonisten und freuen uns auf jeden weiteren Band, da noch viele Fragen ungeklärt sind und wir noch viel mehr aus Everwish erfahren wollen. Besonders beeindruckt hat mich aber die Fähigkeit der Autorin schwierige Themen in den Kontext einfließen zu lassen und ich wünsche mir, mehr über die drei Wishkeeper zu erfahren.
Insgesamt ist Wishkeeper für etwas ältere Kinder, so etwa ab neun Jahren bestens geeignet, die in andere Welten abtauchen möchten und sehr viel Fantasie haben.
Wir waren gerade auf einem schönen Kindergeburtstag. Wenn wir selber feiern ist ein Highlight auf jeden Fall immer die Kinderdisko, die sich ja auch auf fast jedes Thema anpassen lässt und bis zu einem bestimmten Alter immer ein Hit ist, weil die Kinder einfach rumdaddeln können, wie sie möchten und auch wir Erwachsenen uns gefahrenlos ein bisschen zum Affen machen können. Also ich zumindestens.
Wir hatten jetzt das Glück „Disco Kinder 4 Die Kindergeburtstagsparty“ von Isa Glücklich testen zu können und haben uns in einige Lieder sehr verliebt. Das Album spielt mit bekannten Liedern, die kindgerecht umgeschrieben sind und macht einfach nur Spaß.
Mein persönlicher Liebling ist das Lied Feuerwehren, das die Melodie eine meiner liebsten Kinderserien als ich klein war aufgreift, einfach wunderschön! Meine Kinder mochten vor allem den Körperteil Blues, Der Zug hat keine Bremsen und Helikopter.
Die CD ist ein tolles Geschenk oder eine super Ergänzung für den Kindergeburtstag, vor allem im Alter von 4 bis 9 Jahren, nach unserer Einschätzung. Die Party könnt ihr auch gerne ins Auto verlegen. Oder einfach mit euren Kindern abends eine Runde gut durchtanzen, bevor die eigentliche Abendroutine beginnt.
Wer hat sich noch nicht gewünscht, seine Träume beeinflussen zu können? Im größten Alptraum einen Regenbogen erscheinen zu lassen, der alles Gruselige verschwimmen lässt? Oder genau das Abenteuer im Traum zu erleben, das man sich schon immer gewünscht hat? Finn kann genau das und in seiner Traumwelt kann er nicht nur seinem Rollstuhl, den er aufgrund eines Fahrradunfalls benutzen muss entfliehen, nein, hier schreibt er vor, wie es zu laufen hat, bis plötzlich ein fremdes Mädchen in seinem Traum auftaucht, das er nicht beeinflussen kann und ihn um seine Hilfe bittet. Nun erfährt er, wie selten seine Gabe ist und Sanja berichtet ihm von den verschiedenen Traumländern, die das Material für alle Träume liefern. Gemeinsam wollen sie Sanjas Eltern retten. Aber kann man Sanja wirklich trauen? Und was hat es mit dem Professor Barfuß und seiner Villa auf sich?
All dies erfahrt ihr im ersten Teil der Triologie „Die Traumgänger – Aufbruch nach Deseo“ von Markus Heitz. Dieses Buch ist 2024 bei Gulliver in der Verlagsgruppe Beltz erschienen. Meine Kinder sind sehr begeistert von der magischen Welt, in die sie hier eintauchen konnten. Gerade das Thema Träumen ist ja für viele Menschen sehr wichtig, es wird viel darüber gerätselt und Interpretation gesucht. Kinder können in ihren Träumen ihre gesamten Fantasien durchleben und in diesem Buch durchlebt man die von dem absolut sympathischen Protagonistin Finn. Viel Geheimnisvolles und mystisches begegnete uns und schaffte es, dass das Buch immer spannend blieb und man immer wieder überrascht wurde. Wir freuen uns schon sehr auf die Fortsetzungen, denn viele unserer Fragen blieben ungeklärt, genau das sollte ein gutes Kinderbuch schaffen und zum Weiterlesen anregen. Sehr vorteilhaft ist, dass es nicht zu lang und ausufernd ist und somit auch perfekt für Leseanfänger geeignet.
Idefix und die Unbeigsamen ist eine Comicreihe basierend auf der dazugehörigen TV Serie, die wiederum von den Charakteren her auf den Abenteuern von Asterix dem Gallier basiert. Ich kann zwar nur für mich sprechen, aber mein Liebling aus Asterix war immer der schlaue und treue Hund Idefix.
Dieses Buch mit dem Untertitel „Zoff auf dem Forum“ ist 2024 bei Egmont BÄNG! Comics erschienen und dreht sich wie die Serie um Idefix und seine unbeugsamen Freunde, die gemeinsam dafür sorgen wollen, dass Lutetia nicht ganz von den Römern besetzt wird und, dass Monalisa, die Katze des Generals Labienus, die im Palast lebt, mit ihren untergebenen Hunden nicht die Vorherrschaft gewinnt. Die Unbeugsamen, angeführt von Idefix sind eine wirklich sehr bunte Truppe aus verschiedenen Tieren. Besonders gefallen haben uns hier die Bulldogge Dertutnix und die wirklich schlaue und einfallsreiche Katze Sardine. In diesem Band geht es darum, dass Dertutnix einige andere Vorstellungen hat als Idefix, vor allem, wenn bei Streitigkeiten mit Römern oder römischen Tieren Würstchen jeglicher Art involviert sind. Darunter leidet ihre Freundschaft, gefährlich wird es sogar, als eine Falle dafür sorgen soll, die Unbeugsamen für immer zu trennen. Aber zum Glück halten Freunde immer zusammen, auch, wenn sie sich eigentlich gerade streiten.
Es sind schon ein paar Bände erschienen. Besonders gut hat uns dieser mit dem Titel „Flatterhafte Jugend“ gefallen. Neben den regulären Unbeugsamen, wie natürlich Idefix, Dertutnix, Turbine, Sardine und Weissnix, spielt in diesem Teil Astmatix eine besondere Rolle. Astmatix ist eine sehr alte Taube, der sich in Lutetia besser auskennt als jeder andere. Außerdem hat er eine große Vorliebe für Brot, sodass er sehr betroffen und verärgert ist, als die Römer die rote Mühle abreißen wollen, um dort ein Gerichtsgebäude zu bauen. Als die Unbeugsamen sich Gedanken dazu machen, ist Astmatix nicht mehr aufzuhalten, nur sein Alter hindert ihn daran, sich mit den Römern direkt anzulegen, also bittet er den Uhu Weissnix um Hilfe. Dieser unterstützt ihn mit einem Trank, aber wie mit fast allen seinen Tränken geht etwas schief und Astmatix wird immer jünger und jünger. Dennoch kann er sich auf seine Freunde bei den Unbeugsamen verlassen und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Die Reihe ist für Erstleser ausgelegt und dafür auch gut geeignet. Sie sind perfekt zum Selbstlesen geeignet, aber mehr Spaß macht es, sich gemeinsam mit den Tieren in die Abenteuer zu stürzen und die wunderschönen Illustrationen zu betrachten. Definitiv ein super Mitbringsel für abenteuerlustige Kinder und eine absolute Empfehlung von uns.
Seit ich dieses neue Album von Volker Rosin zum Testen bekommen habe, läuft es im Auto auf und ab. Die Kinder lieben es. Und ich übertreibe absolut nicht, wir hören es jede Autofahrt, fast jeden Tag. Letzte Woche habe ich auf dem Weg zur Arbeit nicht zu meiner Musik umgeschaltet, sondern bin „Ich habe einen kleinen Papagei“ singend auf den Parkplatz gefahren und habe es geschafft, meine Klienten endgültig zu verwirren. Da uns das Album so sehr gefällt, möchte ich es euch als Geschenk zum Kindertag nächsten Samstag ans Herz legen. Vielleicht gibt es da sogar hier auf dem Blog eine kleine Überraschung. 🙂
Hand aufs Herz, wer kennt Volker Rosin nicht, den König der Kinderdisco, der seit so vielen Jahren Kinderlieder schreibt und präsentiert und es gibt kaum jemanden, der nicht mindestens ein Lied von ihm kennt. Auch aktuell ist er wieder mit Konzerten ins ganz Deutschland unterwegs, Kitas und Grundschulen singen seine Lieder und mit dem neuen Album „Tierische Kinderdisco“ hat er es geschafft, all seine bekannten Tierlieder auf einem Album unter zu bringen. Es animiert sofort zum Misingen, ohne dabei die Eltern in den Wahnsinn zu treiben, sondern im Gegenteil, auch wir singen mit und haben nette Ohrwürmer.
Auf dem Album befinden sich 25 Lieder, also tatsächlich alle Klassiker. Das Lieblingslied vom sechsjährigen Sohn ist „Das singende Känguru“, eine Neuafnahme im Duett mit Bürger Lars Dietrich, die wirklich modern und absolut mitsingenswert ist. Der Mann hat sehr oft einen Ohrwurm mit „Matze, die Katze“ und die Tochter hatte in der Schule „Die Maus auf Weltraumreise“ gelernt und singt dieses nun besonders intensiv mit. Ich bin ja schon ein ziemlicher Fan von „Der Gorilla mit der Sonnenbrille“ uh lala.
Es ist also alles dabei, damit Kinder viel Spaß haben und eine wunderbare Tierdisco feiern können. Vielen Dank, dass wir dieses tolle Album testen konnten, das wahrscheinlich nie wieder aus dem CD Laufwerk des Autos kommen wird.
„Die Stadtgärtnerin“ aus dem Ravensburger Verlag ist der erste Teil der neuen Reihe der bekannten Autorin Gina Meyer. Diese wühlt neben dem Schreiben von Büchern für alle Altersgruppen nämlich ganz gerne in der Erde, genau wie Lise, Tonis Mutter. Leider ist das in der Stadt nicht einfach realisierbar und als die beiden eine neue Wohnung finden, mit der es nur Probleme gibt, beschließt Tonis Mutter, dass sie lieber direkt aufs Land ziehen, obwohl beide es dort sehr langweilig finden.
Toni möchte alles dafür tun, dass sie in dem Mehrfamilienhaus bleiben können, indem viele verschiedene Menschen, aber eben auch Freunde von ihr wohnen. Trotz ihrer Unterschiede, setzen sich die Kinder begeistert dafür ein, aus dem alten Flachdach einen schönen Dachgarten zu machen. Aber spielen alle Hausbewohner mit oder macht ihnen gerade der Hund, der gar nicht wirklich Gurke heisst einen Strich durch die Rechnung? Und lässt sich Tonis Mutter ausgerechnet von einem Dachgarten zum Bleiben überzeugen?
Selten habe ich ein Buch gesehen, in dem vieles ganz selbstverständlich und entspannt dargestellt wird, ohne, dass es richtig großen Raum einnimmt und so die normale Diversität der Gesellschaft zeigt. Zum Beispiel sind Tonis Eltern Coparents, also Menschen, die nie ein Paar waren, sondern gemeinsam Eltern geworden sind, weil sie sich ein Kind gewünscht haben. So hat Toni nicht nur ihre Mutter, bei der sie lebt, sondern auch ihren Vater, der zusammen mit seinem Ehemann ein ebenso wichtiger Teil in ihrem Leben ist. Auch andere wirklich wichtige Themen werden angesprochen und bieten viel Gesprächspotential mit den Kinder, wie häusliche Gewalt, Leistungsdruck und Familienstreitigkeiten. Sanftere Themen werden angesprochen, wie Tierliebe, Freundschaft, Veränderungen, Geschlechterklischees, die erste Verliebtheit. Die Personen in diesem Buch sind wie in einem ganz normalen Mehrfamilienhaus mitten aus dem Leben gegriffen und zeigen viel Individualität: Wir lernen die immermüden frischgebackenen Eltern kennen, die überambitionierte Mutter, den Rentner, dessen Wohnung frei wird, weil er ins Seniorenheim zieht, die missmutige Frau mit Hund, die sich gerne beschwert, die junge Studenten-WG und noch viele mehr. Trotzdem hat es uns persönlich besonders Toni angetan, in deren Gedanken wir uns gut hineinversetzen können und die einfach eine sympathische Protagonistin ist. Einzigartig hat „Die Stadtgärtnerin“ vor allem die tollen Tipps fürs Gärtnern gemacht, da waren wirklich schöne Ideen für Zuhause dabei und wir konnten einiges neues Wissen sammeln und tatsächlich schon umsetzen in unserem Hochbeet.
Bei der Buchmesse in Leipzig hatten wir die Möglichkeit eine musikalische Lesung mit Gina Meyer zu besuchen. Hier konnten wir nicht nur lernen, wie unglaublich nett die Autorin ist, sondern auch, wie viel Spaß es macht, gemeinsam zu singen, auch wenn man die Lieder zu Beginn der Lesung noch gar nicht kannte. Durch die tollen Illustrationen von Daniela Kohl, die auch während der Lesung gezeigt wurden, konnte man die verschiedenen Charaktere noch intensiver kennenlernen und fühlt sich noch mehr in der Geschichte mitgenommen.
Der Untertitel des Buches „Lieber Gurken auf dem Dach, als Tomaten auf den Augen“ ist die perfekte Zusammenfassung dieser Rezension. Durch einen kleinen Stadtdachgarten lernt nicht nur Toni, sondern auch wir so viel Neues über ihre Nachbarn, über die Menschen, die so nah bei uns sind, aber über die wir so wenig wissen. Sich gegenseitig zu unterstützen, sich zu helfen, Spaß miteinander zu haben und neue Fähigkeiten zu entdecken,Mut zu haben, man selbst zu sein, es ist so viel mehr als nur ein Dachgarten, so viel mehr als nur ein Haus, so viel mehr als nur eine Geschichte. Wir können es nur empfehlen.
Heute am internationalen Kinderbuchtag möchte ich euch „Gig Gürtelmull machts anders“ von Nicole Pirker vorstellen. Das Buch ist dieses Jahr beim Vermes-Verlag erschienen und besticht mit tollen Illustrationen von Clara Frühwirth.
In der Geschichte für Kinder ab vier Jahren geht es um Gig , der es im Gegensatz zu allen anderen Mitgliedern seiner Familie nicht schafft, seine Geschichten bei der Geschichtennacht den anderen Tieren zu erzählen. Er ist viel zu nervös, dabei hat er schöne Geschichten im Kopf. Von seinen Verwandten bekommt er ganz viele Tipps, die er auch ausprobiert, aber nichts passt so richtig zu ihm. Erst auf einer Geschichtennacht, bei der er aufgefordert wird vorzutragen, entdeckt er mit ein bisschen Musik und Hilfe, wie er es schaffen kann, den anderen Tieren seine Geschichten näher zu bringen, ohne vor Lampenfieber einzufrieren: Mit schönen Tänzen. Alle sind begeistert und Gig sehr stolz auf sich.
Wir haben das Buch mehrfach als Familie gelesen, dabei haben uns besonders die Bilder, aber auch die Reimform des Textes gefallen. So wurde die Geschichte noch eindrucksvoller dargestellt, außerdem waren die Kinder begeistert von Gigs buntem Fell.
Allerdings muss ich gestehen, dass wir nach dem ersten Lesen erstmal googeln mussten, was genau ein Gürtelmull ist, denn von diesem Tier hatten wir noch nie etwas gehört. Es ist eine sehr seltene Art des Gürteltiers aus Südamerika, vergleichsweise klein und lebt unterirdisch und sieht bis auf den pinken Streifen eigentlich genauso aus wie Gig auf dem Cover. Nicht nur aus diesem Grund empfanden wir das Buch als sehr lehrreich.
Die Kinder fanden Gig sehr einzigartig und waren angetan davon, dass er sich nicht hat entmutigen lassen, sondern wirklich viel ausprobiert hat, um seinen Traum zu verwirklichen. Manchmal muss man sich einfach durchprobieren. Und vielleicht dann etwas finden, dass für einen selbst perfekt ist. Das erfordert Mut, Ausdauer und die Liebe zu dem, was man tut. Diese Lektion ist eine der wichtigsten im Leben überhaupt, zumindestens meiner Ansicht nach.
Besonders gut fand ich, dass die Kinder nach dem Lesen es den Gürtelmulls gleich tun wollten und anfingen, sich Geschichten auszudenken und sich diese gegenseitig zu erzählen. Die große Tochter hat sich schon immer gerne Geschichten ausgedacht, aber Gig hat dem kleinen Sohn den Mut gebracht, es auch auszuprobieren.
Von daher kann ich Gig nur empfehlen, ich denke, dass er vor allem in Kitas und im Vorschulbereich gute Gesprächsansätze bilden und tolle Vorlesezeiten schaffen kann. Vielen Dank, dass wir dieses ehrlich schöne Vorlesebuch testen und vorstellen durften.