Veröffentlicht in Wir denken...

Mein Bärchen macht es mir momentan nicht leicht und allen anderen auch nicht…

Ich habe schon oft darüber geschrieben, dass das Leben mit dem Bärchen, der großen Tochter, nicht immer einfach ist und war. Ich weiß nicht mal, ob das, was mich momentan so kaputt macht, der Regulationsstörung zu zuordnen ist oder dem Alter oder dem Krankenhausaufenthalt oder doch etwas ganz anderem. Vielleicht könnt ihr mir helfen, vielleicht hat hier jemand Erfahrungen, vielleicht mache ich alles falsch und muss ganz viel ändern. Vielleicht mache ich nicht alles perfekt, aber doch ganz gut und es ist nur eine Phase. Aber momentan bin ich einfach nur geschlaucht.

Dass das Bärchen so wenig schläft, das bekomme ich mittlerweile gut auf die Reihe. Da ich momentan selbst Schlafstörungen habe, passt das sogar, auch wenn das vielleicht etwas komisch klingt. Aber ich bin einfach gerade nicht wirklich müde, vor allem nachts und am Abend nicht, tagsüber dann schon etwas, aber auch nicht großartig. So schlafen wir eben beide wenig und sind morgenmuffelig.

Allerdings ist es gerade so, dass das Bärchen unglaublich klammert. Im Kindergarten oder auch bei anderen ist alles in Ordnung, aber sobald ich dabei bin, klammert sie sich fest an mich. Sie fängt lauthals an zu schreien, wenn ich mal ihren Bruder kuschele. Sie schmeißt sich auf den Boden, wenn irgendetwas nicht stimmt, leider ist sie dann auch nicht in der Lage, mir zu sagen, was nicht stimmt. Sie schreit, weint und tritt einfach nur um sich. Alles ist furchtbar, alles ist schlimm. Ich kenne das ja schon, allerdings war es vor dem Krankenhausaufenthalt schon deutlich besser, jetzt ist es wieder täglich und dieses Schreien zieht sich immer länger hin. Nichts hilft.

Dabei ist sie äußerst körperbetont, also obwohl sie um sich tritt, will sie dabei gekuschelt werden. Auch lässt sie mich nicht aus den Augen. Ich kann nicht alleine auf Toilette, nicht mal aufstehen und in die Küche gehen, ohne dass sie dabei ist. Alleine spielen funktioniert kaum. Und das ja, wie erwähnt, von morgens um 6:00 Uhr bis spät Abends. Sie schläft meist so gegen 23:00 Uhr, es kann aber auch mal 1:00 Uhr werden. Sogar wenn sie in ihrem Zimmer ist und noch ein Hörspiel hört, muss sie sich in regelmäßigen Abständen versichern, dass ich da bin, bis sie dann letztendlich doch in mein Bett kommt. Manchmal schlafe ich schon, dann redet sie einfach so lange, bis ich wach bin. Und immer dieses „…., ne Mama?“. Sie redet wie aufgezogen. Leider schaffe ich es dabei nicht immer ruhig und entspannt zu bleiben, sondern fahre auch mal aus der Haut, werde auch mal lauter. Dann meckert und heult sie mich an. Und nur ganz ganz langes Kuscheln macht es ein bisschen besser. Ich weiß, dass sie Angst hat, dass ich weg bin. Ich könnte mir das auch mit ihrer Unsicherheit durch das Krankenhaus erklären, vielleicht unbewusst durch die Operation, bei der ich nicht dabei sein konnte. Merkwürdig ist dabei, wie schon erwähnt nur, dass sie in der Kita oder in der Kinderbetreuung kein Problem hat und auch gerne hingeht, sobald sie sich genau versichert hat, wann und wer sie abholt.

Leider ist dieses Klammern nicht mein größtes Problem. Sondern ihr Verhalten, wenn wir woanders sind. Ich kann nie einschätzen, ob Besuche oder Veranstaltungen gut laufen. Ich weiß nie, wann wir abbrechen müssen. Manchmal, beim Einkaufen beispielsweise ist das auch nicht ganz so einfach, sofort die Situation zu verlassen, wenn sie es verlangt. Und ja, es ist mir auch unangenehm, wenn wir irgendwo gerade erst einen kleinen Augenblick sind und sie schon lauthals verlangt zu gehen. Und dann schreit und weint. Und wieder alle gucken und Kommentare abgeben oder sich denken. Ich sehe, dass einige Kinder sie meiden, weil sie dann ja immer gleich weint und nicht mehr mitspielen will und auch aggressiv wird. Ich möchte nicht, dass sie sich dadurch selber isoliert, aber ich habe oft das Gefühl, dass mir die Hände gebunden sind.

Ich weiß nicht mehr, wann mein Bärchen das letzte Mal über einen längeren Zeitraum entspannt war und Situationen genossen hat. Die kleinste Kleinigkeit, die fast nie offensichtlich ist, reicht aus, um sie anscheinend so zu verunsichern, dass sie „durchdreht“. Sogar wenn es etwas länger gut gegangen ist und sie auch Spaß hatte, dann weiß ich schon, dass es richtig schlimm wird. Die gleiche Situation kann sich plötzlich ganz anders entwickeln, sowohl zuhause als auch unterwegs.

Ich liebe sie so sehr, ich möchte doch nur, dass sie glücklich ist, aber ich weiß nicht, wie ich es schaffen kann. Ich weiß nicht, wo ich all die Kraft hernehmen kann, sie zu unterstützen, immer für sie da zu sein, wenn gerade gar nichts mehr geht. Aber in meinem tiefsten Inneren weiß ich, dass ich es irgendwie kann. Dass es besser wird. Dass sie ihren Weg noch finden wird, ihre Gefühle besser einschätzen und regulieren zu können. Und bis dahin bin ich einfach da, versuche mein bestes, ignoriere die Blicke und Kommentare. Bin da, wenn sie mich braucht und bin dann manchmal auch ganz froh, wenn sie in der Kita ist und ich wenigstens mal einen kurzen Moment für mich hab. Und bin froh, dass sie mich so sehr liebt und so viel Vertrauen zu mir hat, dass sie sich bei mir fallen lassen kann und weiß, dass ich sie immer liebe, egal wie sie sich benimmt. ♥

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s